Montségur

die Synagoge Satans

Dieser Bericht ist von der

Gastautorin und Schriftstellerin Helene Luise Köppel

     Mehr über sie und Ihre Bücher findet Ihr hier.


Bild: Montségur
Montségur
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Web-Site der Commune de Montségur mit Tipps für Wanderer:

http://www.montsegur.fr/


Im Ort unterhalb der Burg gibt es ein Museum.


Die Burg steht in der Liste der Weltkulturerbe der UNESCO.




Unweit von dieser Burg steht auch die Katharerburg PuivertQuéribus und Peyrepertuse


Beschreibung und Geschichte des Montségur

Südfrankreich … hat nicht nur Sonne, Meer und Strände zu bieten, sondern auch Berge, Wälder und tiefe Felsenschluchten.

 

Es ist ein Land der Kontraste: Da gibt es die wildromantische Garrigue mit ihren knorrigen Zwergeichen und dem unvergleichlichen Duft nach Ginster, Rosmarin, Thymian und  Wacholder. Dann die Zistrosen, weiß oder rosafarben. Hier kann man viele Stunden wandern, ohne einem Menschen zu begegnen oder ein Haus zu entdecken. Allenfalls trifft man auf ein paar grasende Esel, wie man sie auch im Mittelalter, vermutlich schwerbeladen, auf dem Saumpfad hinauf zum Montségur hätte finden können …

Bild: Zistrosen am Montségur
Zistrosen am Montségur

Kaum eine Geschichte aus dem Hochmittelalter hat die Menschen so bewegt, wie der Fall des Montségur – des heiligen Berges der Katharer, von Rom als die „Synagoge des Satans“ bezeichnet.

 

Der einzige Aufstieg zur Burg war seinerzeit nur über einen gefährlichen Grat möglich.....

Bild: Montségur mit Burg
Auf der Spitze des Montségur die Burg
Bild: Montségur mit Burg
Montségur mit Burg

Auszug aus dem Roman von Helene Luise Köppel „Alix: Das Schicksalsrad“ (S. 351):

 

„Als sie am zweiten Tag ihrer Reise aus dem dunklen Wald von Serralongue herauskamen, tauchte unvermittelt der Montségur vor ihnen auf.

´Seht nur, da vorne – das ist er! Dass ich das erleben darf!`, rief Bischof Simorre, der sie begleitete.

Alix zügelte ihren Rappen und reckte ebenfalls neugierig den Hals. Auf ihrem Weg hierher waren sie an etlichen Burgen vorübergeritten, hoch oben an den Fels geklammert, doch das Schauspiel, das jetzt vor ihnen lag, konnte mit nichts verglichen werden. Der Berg selbst war eigenartig: wild und kühn. Die neue Burg jedoch, errichtet von Menschen, die einem brennenden Glauben anhingen, war grandios. Sie lag in der vollen Mittagssonne, schwebte aber zugleich auf einer weißen Nebelbank, die den Pog umschmeichelte. Ein verlockendes Luftschloss, unwirklich, ätherisch …

Noch während sie alle über das seltene Naturschauspiel staunten, kamen die Männer des Burgherrn angeritten, um sie sicher hinaufzugeleiten.“

Der „Sichere Berg“ der Katharer …

Der „sichere Berg“ der ehemaligen Katharer befindet sich etwa 30 km von Foix entfernt, auf 1216 Meter Höhe. Die Besiedelung geht bis in die Jungsteinzeit zurück. Die Grundfläche der Burg, die von einer gewaltigen Ringmauer geschützt wurde, betrug zu Katharerzeiten ungefähr 700 qm. Es existierte ein mächtiger Bergfried. Auf der Nordseite des Berges wurden für die Verfolgten zusätzlich kleine Hütten errichtet. Die Burg wurde nach langer Belagerung im März 1244 den Franzosen übergeben.

Vierzig Jahre Montségur

Der französische Autor Michel Roquebert* bezieht sich auf die Primärquellen, die von mehr als tausend Personen berichten, die sich zwischen der ersten Gründung der Burg und der Eroberung des Montségur dort aufhielten.

Es handelt sich um eine Zeitspanne von ungefähr 40 Jahren.

In der Burgruine
In der Burgruine

Bild: Montségur
Bild: das Dorf Montségur

 

 

Montségur heute:

Das Dorf liegt unterhalb der Burgruine

Bild: Montségur

Das Zusammenleben auf dem Montségur im Mittelalter

 

Michel Roquebert * schreibt darüber folgendes

 

„Die Aufgaben des Gemeinschaftslebens sind auf die verschiedenen Gruppen verteilt. Das castrum hat einen Portier, den Sergeanten Guillaume Gironda. Es gibt einen Müller, den aus Moissac gebürtigen Perfectus Pons Ais, und eine Bäckerin, die Perfecta Guillelme Marty aus Montferrier. Wir wissen, dass die Perfecti und Perfectae (Anmerk. geweihte Männer und Frauen) zum Arbeiten verpflichtet sind. Bei den Frauen gibt es Nähstuben. Die eine stellt unter der Leitung von Marguésia Hunaud de Lanta Frauenkleidung her – Schleier, Hemden, Handschuhe -, eine andere Beinkleider für die Männer. Die Perfecti verfügen über eine Schneiderei, die für die Soldaten Waffenröcke näht – d.h. gesteppte, dick gepolsterte Mäntel. Ein Perfectus, von Beruf Täschner, fertigt auch Schuhe an. Wieder ein anderer ist Barbier.“

 

Für die Zeitspanne der Belagerung sprechen die Quellen von mindestens 361 Personen, darunter 150 Laien – worunter sich auch die Mitglieder der Garnison befanden.

Allein 29 Personen zählten zur Familie der verantwortlichen Verteidiger des Montségur – es handelt sich um die Feudalherren Ramon de Pereille und Pierre-Roger de Mirepoix (sie waren für die Verwaltung, Verpflegung und die Sicherheit zuständig).

Die religiöse Führung des Montségur übernahm nach dem Tod des berühmten Katharerbischofs Guilhabert de Castres der Katharerbischof des Toulousain, Bertrand Marty (ab ca. 1240).

 

Auf Seiten der Belagerer zeichneten verantwortlich:

Hugues d`Arcis (der neue Seneschall von Carcassonne) – er wird später die Burg im Namen des Königs von Frankreich in Besitz nehmen -, der Bischof von Albi, der Inquisitor Ferrier und der Erzbischof von Narbonne, Pierre Amiel, der die Katharer 1244 vor die Entscheidung stellte, abzuschwören oder zu brennen. Quellen besagen, zehntausend Mann hätten seinerzeit den Berg belagert; doch ist die tatsächliche Stärke mittelalterlicher Heere schwer zu schätzen. Viele Chronisten dieser Zeit neigten zu Übertreibungen.

Zur Verpflegung der Burginsassen und der Siedlung an Abhang des Montségurs schreibt Roquebert:

„Abgesehen vom Fischfang, dem die Perfecti* im Lasset nachgehen konnten, lebte Montségur, das kein Ackerland besaß, seit 40 Jahren vom Handel mit den Bauern aus den Dörfern der Umgebung … Entgegen dem strikten Verbot der Kirche verkauften diese den Montségurern Wein, Getreide, Öl, Salz, Gemüse und andere Nahrungsmittel.“

(Perfekti=Katharische Vollkommene)

Die Eroberung der Burg Montségur

 

Kurz vor der Aufgabe der Burg: (aus dem Buch von Helene Luise Köppel „Esclarmonde: Die Ketzerin vom Montségur"):  … Die Wurfmaschine des Bischofs tut ihre Wirkung. Unablässig fliegen die Steinkugeln. Wumm … Die Situation für die Bewohner der Burg ist unerträglich geworden. Verrat liegt in der Luft! Die Zisternen hat jemand mit toten Ratten verseucht. Zu verführerisch waren die Versprechungen des Narbonners. Und der Wein – das einzige Getränk, das ihnen da oben bleibt – fängt an, in den Fässern zu gefrieren. So kalt ist jener Winter. Die Herren der Burg, Raymond de Pereille, Pierre-Roger de Mirepoix und der Bischof der Katharer, Bertrand d` en Marti, kommen an einem klirrenden Morgen mit der Friedensfahne den Berg herab. Sie wollen verhandeln. Sie bieten an, unter gewissen Voraussetzungen den Drachenkopf aufzugeben …“

 

Ein faires Angebot oder Heuchelei?

 

Die Belagerer – Hugues des Arcis und der Erzbischof von Narbonne bieten den Katharern einen zweiwöchigen Waffenstillstand bis zur endgültigen Übergabe an. „Allen Katharern, die sich bekehren lassen“, hieß es, „allen Faidits“ (Widerstandskämpfern aus dem Kleinadel) und Soldaten … bieten wir freien Abzug. Samt Waffen und Gepäck können sie von dannen ziehen!“

Es war jedoch der letzte Satz jenes ausgehandelten Vertrages, der jedermann klarmachte, wie die Geschichte unweigerlich zu Ende gehen würde. Dieser lautete: „Die Unbelehrbaren aber, die noch immer dem falschen Glauben die Treue halten, müssen auf dem Scheiterhaufen brennen!“

Der Erzbischof von Narbonne kannte längst die Unbeugsamkeit der Katharer.  Was er vermutlich nicht ahnte, war, dass 21 Männer – Verteidiger, Ritter, einfache Sergeanten und Knappen -, ebenfalls um die Geistweihe baten, um gemeinsam mit den Katharern zu sterben. Niemand war bereit, zum Katholizismus zurückzukehren.

 

M. Roquebert schreibt dazu„Es gab weder ein Tribunal noch einen Prozess noch einen Urteilsspruch. Hugues d` Arcis und Pierre Amiel waren – der eine im Namen des Königs, der andere im Namen der Kirche – spontan zu den Scheiterhaufen des Kreuzzugs zurückgekehrt. Es war wie in den finsteren Tagen, als Simon de Montfort und Arnaud Amaury gemeinsam ´mit großer Freude` massenhafte Verbrennungen anordneten.“

Hohe, dicke Holzpfähle umgeben den Scheiterhaufen. Eine Leiter zum Hinaufsteigen wird angelehnt. Am 16. März 1244 ist es soweit: Hell llodern die Flammen, und der Schnee fängt an zu schmelzen …

Die Verbrennung der über zweihundert Katharer, die sich nach der Überlieferung singend ins Feuer stürzten, hat bis heute tiefe Spuren im Bewusstsein der Menschen hinterlassen. Am „Prat dels Cremats“ (Feld der Verbrannten) wurde im Jahr 1960 eine Gedenkstele mit folgender Inschrift errichtet:

 

„Als Catars, als martirs del pur amor crestian“ – „Den Katharern, den Märtyrern der reinen christlichen Liebe“

Am Fuße der Stele, dort wo einst der Scheiterhaufen stand, werden noch heute regelmäßig Blumen niedergelegt.

Manche Leute legen auch einen kleinen Stein nieder …

* Michel Roquebert, französischer Historiker und Autor: „L´ Epopée cathare“ bzw. „Die Geschichte der Katharer“, Philipp reclam jun., Stuttgart 2012


Bild: Blick in die Gebirgswelt um den Montségur
Blick in die Gebirgswelt um den Montségur

Der Montségur 1244: Vier Katharer auf der Flucht?

Wohin brachten sie den Schatz der Katharer vom Montségur?

 

Die Katharer auf dem Montségur erhielten ständig Zuwendungen finanzieller Art von den Gläubigen aus dem Tal. Kaum war das Geld ausgegeben – auch für den Ankauf von Soldaten zur Verteidung des Montségur – flossen neue Spenden.

Ein Beispiel: Pierre-Roger von Mirepoix, der das Kommando über die Verteidung des Montségur innehatte, erhielt von Gläubigen „eine mit Geld gefüllte Decke“.

In den zwei Wochen Waffenstillstand vor der Übergabe der Burg (16.3.1244), brachten die Katharer ihre letzten Dinge in Ordnung. Die Perfekten verschenkten ihre Habe (Getreide, Bohnen, Öl, Salz, Pfeffer und Wachs) – „sowie die letzten Münzen“, wie es hieß, an diejenigen Soldaten, die nicht „häretisiert“, d.h. in den Glauben der Katharer aufgenommen worden waren.

 

Eine merkwürdige Begebenheit

Die Überlieferung berichtet nun von einem Vorfall in der Nacht vor der Übergabe des Montségur, also vom 15. auf den 16. März: In dieser Nacht sollen sich vier Perfekte heimlich, mit Hilfe von Seilen, eine einhundertfünfzig Meter hohe Steilwand hinabgelassen haben.

Es heißt weiter, die Katharer seien zuvor von Pierre-Roger de Mirepoix versteckt worden, vermutlich in einer der Karsthöhlen auf dem Berg.

 

Drei Namen der Flüchtenden sind bekannt:

Amiel Aicard, Peytavi Laurent und Hugues Domergue.

Der Name des vierten Perfekten ist nicht gesichert, vermutlich handelte es sich um Pierre Sabatier.

M. Roquebert* schreibt über diese sonderbare Flucht:

 

„Sie hatten kein Gepäck bei sich … und er merkt dazu an:

„Die Behauptung, sie hätten in einer Decke oder in einem Bündel einen mysteriösen Schatz mit sich geführt, geht auf eine Verwechslung von mehreren verschiedenen Informationen der Überlebenden zurück bzw. auf eine unlautere abenteuerliche Manipulation der Quellen.“

 

Für die Flucht der vier Parfaits gibt es lt. Roquebert nur einen Grund:

Sie wollten den Kirchenschatz der Katharer, den sie um Weihnachten herum irgendwo in den Wäldern versteckt hatten, in Sicherheit bringen! 

Bild: Montségur mit Burg

 

 

Handelte es sich hierbei um die Scripta secreta?

Die Geheimen Schriften der Katharer?


Ungelöst bleibt das Rätsel um den Verbleib der Kriegskasse …

 

Fiel sie den Eroberern in die Hände (diese Meldung hätte Rom sicherlich ausgeschlachtet!) – oder brachten die Katharer auch sie in Sicherheit? (Um die „wenigen Münzen“ einzelner, die verschenkt wurden, konnte es sich dabei nicht gehandelt haben.)

 

Zur Kriegskasse der Katharer vom Montségur schreibt Michel Roquebert folgendes:

 

„Noch vor Weihnachten 1243 beschloss Bertrand Marty (Katharerbischof) die Kasse der religiösen Gemeinschaft in Sicherheit zu bringen. Das Gold, das Silber und eine Unmenge Geld wurden dem Diakon Pierre Bonnet und dem Perfectus Mathieu anvertraut. Ob zufällig oder absichtlich, jedenfalls trafen sie sich nach dem Abstieg vom Montségur auf einer Wachstation, besetzt mit Leuten aus Camon – Nachbarn oder Fast-Nachbarn, zumindest Landsleuten, die sie durchließen und ihnen sogar noch den sichersten Weg zeigten. Die beiden Perfecti versteckten ihr wertvolles Gepäck in einer SPULGA, einer befestigten Grotte in der oberen Grafschaft Foix, von der man nur weiß, dass sie einem Burgherrn des Grafen Pons Arnaud de Châteauverdun gehörte.

Es ist müßig, immer wieder über den Schatz nachzudenken“, schreibt Roquebert weiter, „bei dem es sich nur um das Vermögen der Kirche von Montségur handelte, bestehend aus den Gaben und Vermächtnissen der Gläubigen und gewiss auch aus dem, was die Perfecti und Perfectae durch ihre Arbeit erwirtschaftet hatten … Da man wegen der Belagerung fast ausschließlich von den Reserven leben musste, war es unnötig, jenes Geld im Castrum (Burg Montségur) zu verwahren. Es war sinnvoller, es zu verstecken, und wenn das Schlimmste einträte, würde es anderen Perfecti, nicht aber dem Seneschall des Königs zugutekommen …“

Bild: Burgruine Montségur
Die Burgruine

 

Eine weitere „Kriegskasse“ der Katharer

Gesichert ist, dass 60 Jahre nach dem Fall des Montségur, also um das Jahr 1300, erneut eine sog. „Kriegskasse der Katharer“ existierte. Es war die Zeit, in der Pierre Authié –  Katharer-Perfekt und angesehener Notar aus Ax-les-Thermes – mit seiner Familie aus der Lombardei zurückkehrte, um erneut im Land zu missionieren.

 

Bild: die Katharer Wege
Katharer Wege zum vergrößern klicken
Bild: Montségur

Die Notare Authiès* versammelten nach ihrer Rückkehr ein gutes Dutzend Perfekte um sich, die dann bestimmte Ämter betreuten:

1. Raymond Peyres Aufgabe war es, die vielen Vermächtnisse entgegenzunehmen, die den Authiès hinterlassen wurden.

 

2. Die Familie Francès in Limoux galt als Schatzmeister der Katharer, sie verwaltete die Kriegskasse der im ganzen Land angesehenen Authiès.

Die Familie Francès war aber auch selbst vermögend, besaß sogar „einen alten Leibeigenen“ (etwas, was damals nicht mehr oft vorkam!). Der Schatzmeister Francès organisierte u.a. die Flucht zwischenzeitlich verhafteter Katharer-Parfaits, worauf diese im Haus des Guillaume-Arnaud Faure im Dorf Le Born (nahe Toulouse) unterkamen.

 

3. Der Perfekt Prades Tavernier, aus ärmlichen Verhältnissen stammend, bezichtigte hingegen die Authiès der Habgier. Er behauptete, sie liebten es, ihren Schatz zu bestaunen:

“ … wenn ich von Anfang an gewusst hätte, wie Pierre und Guillaume Authiè lebten, hätte ich mich nicht in ihren Stand berufen lassen, weil sie nicht so leben, wie sie es sollten, weil sie sehr gierig und neidisch sind und Geld scheffeln, so dass Guillaume Authiè manchmal, wenn er Geld gesammelt hatte, zu seiner Frau Gaillarde kam und die beiden dann oft ihre Köpfe zusammen in eine Truhe steckten, um das Geld zu bestaunen, das er zusammengebracht hatte.“

 

4. In diesem Zusammenhang werden immer wieder auch die Familien Montaniés und Faure erwähnt, die in Coustaussa saßen. Diese Familien waren eng miteinander verbunden. Die Faures waren auch unter dem Namen Espanhol bekannt.


 

 

Die Notare Authiè und ihre Machenschaften

 

Angesehene und wohlhabende Notare aus Ax-les-Thermes; katharische Missionare. Nach ihrer Rückkehr aus der Lombardei, wohin sie geflüchtet waren (1299), bekehrten sie ihre okzitanischen Landsleute erneut zur katharischen Religion. Ihnen zur Seite standen mehrere Missionare, darunter Prades Tavernier. Pierre Authiè wurde am 9. April 1310 vor der Kathedrale Saint-Étienne in Toulouse verbrannt. Sein Bruder Guillaume soll ein Buch mit dem Titel „Vom Glauben der Katharer“ besessen haben; er wurde bereits im Jahr 1309 verhaftet und verbrannt.

 

Wer mehr über die Authiès, über Prades Tavernier, und den Inquisitionsprozess gegen das Dorf Montaillou im Jahr 1320 erfahren möchte, dem lege ich den Roman „Béatris: Kronzeugin der Inquisiton“ ans Herz!

 

Zu Michel Roquebert: s. „Die Geschichte der Katharer“, Stuttgart 2012